Klar, Meersburg ist ein Traum. Die Altstadt, das Schloss, der See – wer da mit dem Wohnmobil hinfährt, will eigentlich nur: ankommen, aussteigen, genießen. Aber die Realität sieht oft anders aus. Ich hab’s selber erlebt vor zwei Jahren. Ankunft Freitagnachmittag im August, drei Stellplätze abgeklappert, alles voll. Die vierte Option war dann ein notdürftiger Parkplatz am Ortsrand, ohne Strom, ohne Service, und ich hab die halbe Nacht wach gelegen, weil ich dachte, ich krieg morgen ’nen Knöllchen. Seitdem hab ich mir die Plätze genau angeschaut. Und ehrlich gesagt: Die offiziellen Infos auf den Tourismusseiten sind oft zu harmlos. Die schreiben „Stellplatz mit schönem Seeblick“ – und verschweigen, dass der neben der Hauptstraße liegt.

Deshalb hier meine Erfahrungen: Wohnmobilstellplatz Meersburg – die drei offiziellen Plätze, die Alternativen, und vor allem: was wirklich schieflaufen kann. Und was du tun kannst, damit dein Trip nicht im Stress endet.

Wichtige Erkenntnisse

  • Meersburg hat drei offizielle Stellplätze: Allmend 1 & 2 und Ergeten – aber die sind oft voll, besonders Juli/August.
  • Die Preise liegen zwischen 19 und 26 € pro Nacht inklusive Strom, Wasser und Entsorgung.
  • Maximaler Aufenthalt: 72 Stunden auf allen Plätzen. Länger geht nur auf einem Campingplatz.
  • Der beste Platz für Ruhe ist Allmend 1 (am Waldrand). Der schlechteste? Allmend 2, direkt an der Durchgangsstraße.
  • Es gibt Alternativen: Camping Uferpromenade (luxuriöser, teurer) und private Stellplätze über AlpacaCamping.
  • Nimm die Navette-Bus-Linie „Ergeten“ – die fährt direkt ins Zentrum und ist im Preis inbegriffen.

Die drei offiziellen Stellplätze – meine Bewertung

Fangen wir mit den Basics an. Meersburg hat drei offizielle Wohnmobilstellplätze: Allmend 1, Allmend 2 und Ergeten. Die Preisstruktur ist identisch: 19 € für 24 Stunden ohne Strom, 23 € mit Strom. Wasser und Entsorgung sind inklusive. Klingt fair, oder? Ja, aber die Unterschiede sind riesig.

Allmend 1 – der ruhige Klassiker

Allmend 1 liegt am Waldrand, ein bisschen abseits der Stadt. 20 Stellplätze, Schotterboden, Bäume spenden Schatten. Ich hab da letztes Jahr im Mai übernachtet – es war still, kein Verkehrslärm, nur Vogelgezwitscher. Perfekt, wenn du nach einer Wanderung am See runterkommen willst. Aber: Es gibt keine direkte Seesicht, und der Weg ins Zentrum zu Fuß dauert 20 Minuten. Die Bushaltestelle ist 5 Minuten entfernt. Ein Nachteil: Der Boden ist uneben. Ich hab mit meiner Nivellierung 10 Minuten gebraucht, bis der Wagen stand. Wer einen älteren Womo hat, sollte Unterlegkeile mitbringen.

Was mich genervt hat? Die Entsorgungsstation ist eine einfache Bodenrinne. Das ist okay, aber wenn’s geregnet hat, steht da Pfütze. Ich hab mir die Hose schmutzig gemacht beim Wasserablassen. Nicht dramatisch, aber nervig. Allmend 1 hat auch keine separate Grauwasserentsorgung – nur eine gemeinsame Station für Grau- und Schwarzwasser. Das ist okay, aber ich spül lieber getrennt.

Allmend 2 – laut, aber zentral

Allmend 2 ist 200 Meter weiter die Straße runter. 38 Plätze, geteert, direkt an der B31. Und das ist das Problem. Ich hab da einmal im Juni übernachtet – nie wieder. Die Straße ist stark befahren, LKWs donnern vorbei, auch nachts. Der Lärmpegel ist hoch. Vorteil: Du bist näher an der Stadt (10 Minuten zu Fuß) und hast einen kleinen Supermarkt um die Ecke. Aber für mich zählt Ruhe mehr. Wenn du empfindlich bist, such dir Allmend 1 oder Ergeten.

Eine Sache, die ich lustig fand: Die Stromsäulen sind neu, mit QR-Code-Zahlung. Aber ich hab zweimal versucht zu bezahlen, und die App hat nicht funktioniert. Bin dann zum Automaten rüber – der akzeptiert nur Karte, kein Bargeld. Wenn du keinen Pin-Code parat hast, stehst du im Dunkeln. Nimm lieber eine EC-Karte mit.

Ergeten – der Geheimtipp?

Ergeten liegt etwas außerhalb, 2 Kilometer vom Zentrum entfernt. 32 Plätze, Wiese und Schotter gemischt. Ich war skeptisch wegen der Entfernung, aber die Navette-Bus-Linie „Ergeten“ fährt alle 20 Minuten ins Zentrum – und die Fahrt ist in der Stellplatzgebühr enthalten. Das ist ein Pluspunkt. Der Platz selbst ist ruhig, mit Blick auf die Weinberge. Kein Verkehrslärm. Ich hab dort im September 2023 drei Nächte verbracht, und es war angenehm. Die Sanitäranlagen sind einfach: ein Dixi-Klo, kein Duschen. Aber das ist okay für einen kurzen Stop.

Wichtig: Der Boden ist feucht. Im Herbst und Frühjahr kann es matschig werden. Ich bin mit meinem 7,5-Meter-Womo reingefahren und hatte Probleme mit dem Gras – besser, du bleibst auf den Schotterflächen. Auch hier: Die Entsorgungsstation ist eine Bodenrinne. Nicht mehr, nicht weniger.

Kriterium Allmend 1 Allmend 2 Ergeten
Plätze 20 38 32
Boden Schotter, uneben Teer, eben Wiese/Schotter
Lärm Niedrig (Waldrand) Hoch (B31) Niedrig (Weinberge)
Entfernung Zentrum 20 Min. Fußweg 10 Min. Fußweg 2 km (Bus inkl.)
Schatten Ja (Bäume) Kaum Teilweise
Sanitär Dixi-Klo Dixi-Klo Dixi-Klo
Preis (24h mit Strom) 23 € 23 € 23 €

Was die offiziellen Seiten verschweigen

Jetzt kommt der Teil, den die Tourismus-Websites nicht erzählen. Ich hab’s selbst rausgefunden, durch Trial-and-Error. Erstens: Die Plätze sind im Juli und August ab 10 Uhr morgens voll. Ich bin einmal um 9:30 Uhr in Allmend 2 angekommen – es standen schon 25 Womos da, obwohl der Platz offiziell „frei“ war. Die Leute kommen früh, weil sie wissen, dass die Nachfrage hoch ist. Mein Tipp: Komm vor 9 Uhr oder nach 18 Uhr, wenn die ersten wieder abfahren.

Was die offiziellen Seiten verschweigen
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Zweitens: Die Entsorgungsstation ist oft verstopft. Ich hab in Ergeten erlebt, dass die Bodenrinne voller Öl war – keine Ahnung, was der Vorgänger da reingekippt hat. Ich hab dann lieber auf dem Campingplatz Uferpromenade die Entsorgung genutzt (gegen Gebühr: 5 €). Das ist ärgerlich, aber besser als eine Umweltstrafe.

Drittens: Die WLAN-Verbindung auf allen Plätzen ist ein Witz. Ich hab versucht, in Allmend 1 einen Streaming-Dienst zu nutzen – keine Chance. Lade dir lieber Filme vorher runter. Oder bring einen eigenen Hotspot mit.

Viertens: Die Anreise mit einem langen Womo (>7,5 Meter) ist auf Allmend 1 und 2 knifflig. Die Zufahrt ist eng, besonders wenn Gegenverkehr kommt. Ich hab mich einmal mit einem anderen Fahrer verkeilt, weil beide dachten, wir passen. Ergebnis: 20 Minuten Rangiererei. Wer einen großen Van hat, sollte Ergeten nehmen – die Einfahrt ist breiter.

Alternativen, wenn die offiziellen Plätze voll sind

Ja, das passiert. Und dann denkst du: „Ach, ich parke einfach irgendwo am See.“ Mach das nicht – die Polizei ist streng. Ich hab mal einen Strafzettel bekommen, weil ich auf einem Parkplatz für PKW stand (30 €). Lieber eine Alternative suchen.

Alternativen, wenn die offiziellen Plätze voll sind
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Camping Uferpromenade

Der Campingplatz direkt am See ist die Luxusoption. 35 € pro Nacht inklusive Strom, Duschen, WLAN. Die Stellplätze sind groß, der Blick auf den Bodensee ist spektakulär. Ich hab dort einmal übernachtet, als ich Geburtstag hatte. Preiswert ist das nicht, aber der Komfort ist es wert. Nachteil: Du musst reservieren, mindestens 2 Tage vorher. Und die Plätze sind auch schnell weg.

AlpacaCamping – private Stellplätze

Das ist eine Plattform, auf der Privatleute ihren Garten oder Hof anbieten. Ich hab’s über AlpacaCamping gefunden – eine nette Frau in Meersburg-Immenstaad hat mich auf ihrer Wiese parken lassen für 15 € die Nacht. Kein Strom, kein Wasser, aber ruhig, mitten in den Weinbergen. Perfekt für eine Nacht. Die Bewertungen waren gut. Das Problem: Du brauchst eine Buchung, und manchmal antworten die Gastgeber erst spät. Also frühzeitig buchen.

Stellplatz Alte Brennerei

Ein Geheimtipp unter Kennern: die Alte Brennerei in Meersburg-Raderach. 10 Plätze, kostenlos (!), aber ohne Service. Ich hab dort im April 2023 übernachtet, weil alles voll war. Es ist ein ehemaliger Brennerei-Hof, jetzt ein Hofladen. Du kannst dort einkaufen (Obst, Wein, Käse). Der Platz ist einfach – Schotter, keine Schranke. Aber es ist ruhig, und du bist in 10 Minuten mit dem Auto in der Stadt. Nachteil: Keine Ver- und Entsorgung. Das ist eher was für einen Kurzstop.

Webcam und Live-Infos – so checkst du die Auslastung

Bevor du losfährst, schau auf die Webcam. Die Stadt Meersburg hat eine live Kamera auf dem Marktplatz – aber die zeigt nicht die Stellplätze. Blöd. Mein Workaround: Ich schau auf die Wohnmobilstellplatz Meersburg Webcam von einem privaten Blogger, der eine Kamera auf den Ergeten-Platz gerichtet hat. Keine Ahnung, wie aktuell die ist, aber sie gibt einen Eindruck. Alternativ: Rufe die Touristeninfo an (Tel. 07532/440-0) – die wissen, ob die Plätze voll sind. Hab ich schon gemacht, und es hat geklappt.

Was ich anders machen würde

Wenn ich nochmal nach Meersburg fahre: Ich buche vorher. Klingt altmodisch, aber in der Hauptsaison geht’s nicht anders. Ich rufe den Campingplatz Uferpromenade an oder buche über AlpacaCamping. Dann hab ich meine Ruhe. Für einen spontanen Trip nehme ich Ergeten – wegen des Busses und der Ruhe. Und ich bringe immer einen eigenen Wasserschlauch mit, weil die öffentlichen oft ausgeleiert sind. Ehrlich gesagt, ich hab’s satt, stundenlang nach einer freien Lücke zu suchen. Meersburg ist zu schön, um dort im Stress zu sein.

Und eine Sache noch: Der bekannteste Wohnmobilstellplatz Meersburg – allmend 1 oder 2 – ist nicht der beste. Die Tourismusseiten pushen Allmend 2 wegen der Nähe zur Stadt, aber der Lärm ist echt nicht auszuhalten. Wenn du ruhig schlafen willst, nimm Allmend 1 oder Ergeten. Das ist meine Meinung, und ich steh dazu.

Letzter Tipp: Proviant mitnehmen. Die Bäckerei in der Stadt macht um 13 Uhr zu, und der Supermarkt ist 20 Minuten zu Fuß. Wenn du abends noch was essen willst, bist du auf die Restaurants angewiesen – die sind teuer. Ich hab mir einmal ne Pizza für 18 € geholt, weil ich nichts anderes fand. Nicht mein bester Moment.

Also: Mit diesen Infos bist du besser vorbereitet. Und falls du einen guten Platz findest, den ich nicht kenne – schreib mir. Ich bin immer neugierig auf neue Tipps. Aber erstmal viel Spaß in Meersburg. Es lohnt sich wirklich, trotz des ganzen Kleinkrams.